ICH – Der Versuch authentisch zu sein


Termin:

20. – 22. März 2020

Fr. 18:00 – 22:00 Uhr / Sa.+So. 10:00 – 18:00 Uhr


Frühbucherrabatt sichern: Anmeldung bis zum 20.02.2020.

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Um ehrlich zu sein, ich finde bald nichts schwieriger, als ständig authentisch zu sein. Für mich als Erwachsener stellt dies eine große Herausforderung dar. Umso mehr genieße ich den Umgang mit Kindern. Insbesondere, wenn Kinder mit anderen Kindern agieren. Dort findet häufig noch rohe, ungefilterte Kommunikation statt.

Viele Erwachsene äußern den Wunsch, gerne mal ehrlich sein zu wollen. Sich mal wahrhaftig auszudrücken und authentisch die Wahrheit zu sagen. Und doch zögern Sie. Es fällt ihnen schwer. Sie trauen sich nicht. Oder wissen gar nicht, was sie eigentlich fühlen. 

Die Art und Weise, wie wir etwas sagen, wann wir etwas sagen und warum wir etwas sagen hat natürlich Einfluss auf das Wohlbefinden meines Gegenübers und schlussendlich auch auf mich selbst. Mein Verhalten und meine Taten haben Einfluss auf mein Umfeld.

Diesen Zusammenhang lernen wir schon in unserer frühesten Kindheit kennen. Wenn z.B. unsere Eltern gereizt reagieren, für etwas, was ich getan habe, beziehe ich es erstmal auf mich. Ich übernehme die Verantwortung für das Befinden meiner Eltern. Um eine Form der Harmonie aufrecht zu erhalten, passe ich mich an. Ich befinde mich in einer Abhängigkeit und bin auf die Zuneigung meiner Eltern angewiesen.

Ohnehin scheint Anpassung deutlich einfacher zu sein, als Authentizität. Möglicherweise ist dies ein Grund, warum wir uns oft nicht so zeigen, wie wir eigentlich sind, dass viele als Kind eine negative Erfahrung gemacht haben, als sie sich offen gezeigt haben.

Sich offen und ehrlich zu zeigen, schafft keineswegs immer Nähe und Verbundenheit. Vielmehr grenzt es vorerst ab. Und darin besteht für mich die große Herausforderung. Mich abzugrenzen vor dem Empfinden meines Gegenübers. Zu erkennen, dass ich nicht verantwortlich bin für das, was es auslöst. Dies setzt allerdings eine reflektierte und authentische Form der Kommunikation voraus.  

Dies zu verstehen war für mich ein weiter Weg. Lange ging ich davon aus, dass wenn ich mich innerlich verändere, ich im Außen nichts tun müsse. Und in der Tat konnte ich mich innerlich verändern und mein Umfeld veränderte sich ebenfalls. Allem voran lag dies jedoch daran, dass ich mein Verhalten änderte und ich mich somit auch meinem Umfeld anders mitteilte.   

Doch wie schaffe ich es nun authentisch mit meinem Umfeld zu kommunizieren? In unserer Sprache liegen viele Möglichkeiten, mein Gegenüber verbal zu manipulieren. Ob ich dies nun bewusst oder unbewusst tue. Bin ich z.B. bei jemanden zu Besuch und sage etwas, wie: „Es ist aber kalt hier.“ Kann dies vielerlei Verläufe nehmen. Zum einen teile ich mit, dass es mir zu kühl ist und ich mich unbehaglich fühle. Vielleicht wünsche ich mir, dass mein Gastgeber es wärmer macht. Vor allem impliziere ich, dass etwas geschehen soll, um dies zu ändern. Die Möglichkeiten, die diese Aussagen bei meinem Gegenüber auslösen könnte, sind nahezu unzählbar. Vielleicht fühlt er sich angegriffen, dass er nicht gut genug für seinen Besuch sorgt. Vielleicht hat er das Gefühl es niemandem recht machen zu können. Vielleicht fühlt er sich falsch, da es ihm nicht zu kühl ist. Vielleicht wird er ärgerlich und geht in die Verteidigung, usw.

Eine reflektierende und authentische Form der Kommunikation könnte selbst in diesem „einfachen“ Beispiel sein: „Mir ist kalt.“ Somit übernehme ich die Verantwortung für mein Befinden, ich zeige mich, mit dem wie es mir gerade geht. Vielleicht schaffe ich sogar noch einen Wunsch zu äußern: „Ich hätte es gerne wärmer.“ Wenn dies nicht geht, kann ich beginnen nach Kompromissen zu suchen. Den Ort zu wechseln, eine Decke nehmen, einen heißen Tee trinken, etc.

Ich versuche lediglich in der Kommunikation bei mir zu bleiben. Mein Inneres zu reflektieren. Dies, was in mir ist, so gut es geht nach außen zu bringen. Sollte ich damit mein Gegenüber vor den Kopf stoßen oder Unbehagen auslösen, versuche ich weiterhin bei mir zu bleiben. Ich differenziere zwischen meinen Emotionen und den Emotionen meines Gegenübers. Ich übernehme die Verantwortung für mich und grenze mich von der Verantwortung für mein Gegenüber klarer ab. Dadurch mache ich mich spürbarer und lasse mehr Kontakt entstehen. Ich zeige mich authentisch.

In dem Seminar gehen wir in der Zeit zurück und versuchen herauszufinden, ab wann wir begonnen haben uns anzupassen. Wir versuchen herauszufinden, was in uns ist, was wir eigentlich fühlen und schauen uns unsere Hindernisse an. Wir versuchen uns abzugrenzen und deutlicher zu spüren. Wir wagen den Versuch uns authentisch zu zeigen.

Auf Grundlage der Gestaltarbeit, einem Ansatz der erlebnisorientierten Selbsterfahrung, bieten wir verschiedene Übungen und Visualisierungen an, die dabei helfen sich selber kennen zu lernen. Die Gestaltarbeit ist immer etwas Augenblickliches und Individuelles und misst sich nicht an äußeren Einflüssen. Was uns daran am meisten berührt ist, dass auf Grund des eigenen Erlebens eigene Wahrheiten entstehen. Dies ist für uns ein schöner Ansatz Veränderungen von innen heraus zu ermöglichen. Wir begleiten dich dabei.


nächster Termin: 05. – 07. März 2021